IATF 16949 – Automobilindustrie

Die IATF 16949 regelt das Qualitätsmanagement für die Serien- und Ersatzteilproduktion in der Automobilindustrie. Sie gilt aber nicht allein. Die Norm setzt die ISO 9001 voraus und wird gemeinsam mit ihr angewandt. Wer nach IATF 16949 zertifiziert werden will, erfüllt also beides: die Grundnorm und die zusätzlichen Anforderungen der Automobilindustrie. Das ist keine Formalie, sondern die Grundlage für jede Planung.

Der Unterschied zur ISO 9001 liegt im Anspruch. Die Grundnorm lässt offen, wie ein Betrieb sie erfüllt. Die IATF 16949 wird an vielen Stellen sehr konkret und verlangt Fehlervermeidung statt Fehlerentdeckung. Dazu kommen die Anforderungen der einzelnen Automobilhersteller, die zusätzlich zur Norm gelten. Genau dieser Teil wird beim Aufbau regelmäßig unterschätzt.

Wen sie betrifft

Woran es in der Praxis hakt

Kundenspezifische Anforderungen werden nicht systematisch erfasst

Jeder Automobilhersteller bringt eigene Vorgaben mit. Sie gelten zusätzlich zur Norm und sind für den Zulieferer genauso verbindlich. Verstreut stehen sie in Lieferantenportalen, Lastenheften, Zeichnungsvermerken und Lieferverträgen. Niemand liefert sie als fertige Liste.

Wer diese Vorgaben nicht an einer Stelle zusammenführt und den eigenen Prozessen zuordnet, erfüllt sie zufällig oder gar nicht. Das ist der häufigste Befund überhaupt. Im Audit zeigt es sich sofort: Nach einer konkreten Kundenforderung gefragt, beginnt die Suche im Portal. Abhilfe schafft eine gepflegte Matrix, die jede Anforderung einem Prozess, einem Verantwortlichen und einem Nachweis zuordnet.

Die Kernwerkzeuge sind vorhanden, aber nicht gelebt

APQP, PPAP, FMEA, MSA und SPC sind in fast jedem Betrieb da. Meist als ausgefüllte Formulare, sauber abgelegt und formal vollständig. Das reicht für die Bemusterung, aber nicht für den Alltag.

Die FMEA wird einmal zur Bemusterung erstellt und danach bei Prozessänderungen nicht mehr angefasst. Die SPC-Karten hängen an der Maschine aus, ohne dass jemand auf Abweichungen reagiert. Damit verlieren die Werkzeuge genau die Wirkung, für die es sie gibt. Ein guter Test ist einfach: Lassen Sie sich die letzte Prozessänderung zeigen und prüfen Sie, ob die FMEA sie kennt.

Reklamationen ohne echte Ursachenanalyse

Der 8D-Bericht geht termingerecht raus, oft sogar in vorbildlicher Form. Als Ursache steht dort „Bedienfehler“, als Maßnahme „Mitarbeitende sensibilisiert“. Der Kunde ist damit kurz zufrieden, und der Fehler kommt wieder.

Eine Ursache, die auf einen einzelnen Menschen zeigt, ist fast nie die Ursache. Die eigentliche Frage lautet, warum der Prozess den Fehler überhaupt zugelassen hat. Erst dann entstehen Maßnahmen, die halten: eine Vorrichtung, eine Prüfung an der richtigen Stelle, eine geänderte Reihenfolge. Wiederholreklamationen sind der beste Hinweis darauf, dass die Analyse zu früh aufgehört hat.

Wie wir begleiten

Wir beginnen mit einer Standortbestimmung. Vieles ist bereits da, nur nicht als Nachweis geordnet. Daraus entsteht ein Plan, der Lücken benennt und unnötige Arbeit weglässt. Ein fester Bestandteil ist die vollständige Aufnahme Ihrer kundenspezifischen Anforderungen.

Danach geht es an den Aufbau: Prozesslandschaft, Kernwerkzeuge, Nachweise und die interne Auditplanung. Details unter Managementsystem aufbauen und Interne Audits & GAP-Analysen. Vor dem Zertifizierungsaudit prüfen wir das System mit dem Blick von außen und benennen offen, was noch nicht trägt.

Wer das bei uns macht

Marion Rammé – IRCA certified and registered QMS / EMS / OHSMS Lead Auditor #01194927, mit IATF 16949, VDA 6.3 und Kundenanforderungen im Automotive-Bereich im Kompetenzprofil

Ehrlich gesagt: Diese Norm wird bei uns von einer Person abgedeckt. Bei ISO 9001 sind wir zu dritt, hier nicht. Das heißt, wir planen Automotive-Projekte mit etwas mehr Vorlauf und sagen Ihnen frühzeitig, wenn ein Termin knapp wird. Das Team im Detail

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Häufige Fragen

Wie lange dauert es bis zur Zertifizierungsreife?

Rechnen Sie mit zwölf bis achtzehn Monaten, wenn Sie bei null starten. Ein Grund ist die Norm selbst, der andere sind Nachweiszeiträume: Kennzahlen, interne Audits und Managementbewertung müssen über einen gewissen Zeitraum vorliegen. Wer bereits nach ISO 9001 arbeitet, ist deutlich schneller.

Was kostet das?

Projekte dieser Art bewegen sich typischerweise zwischen 10.000 und 50.000 Euro. Ausschlaggebend sind Betriebsgröße, Zahl der Standorte, Reifegrad der Prozesse und Ihr eigener Anteil an der Umsetzung. Die Gebühren der Zertifizierungsstelle kommen separat hinzu.

Brauchen wir zusätzlich eine ISO 9001?

Die IATF 16949 setzt die ISO 9001 voraus und enthält deren Anforderungen. Beide werden gemeinsam angewandt. Ob Sie darüber hinaus ein eigenes ISO-9001-Zertifikat brauchen, hängt von Ihren Kunden außerhalb der Automobilbranche ab. Das klären wir am Anfang.

Wie kommen wir an die kundenspezifischen Anforderungen?

Über die Lieferantenportale Ihrer Kunden, über Lastenhefte und über die Lieferverträge. Wir gehen diese Quellen mit Ihnen durch und führen die Anforderungen in einer Übersicht zusammen. Anschließend ordnen wir jede Anforderung einem Prozess und einem Nachweis zu.

Was ist der Unterschied zur VDA 6.3?

Die IATF 16949 ist eine zertifizierbare Systemnorm für Ihr gesamtes Qualitätsmanagement. Die VDA 6.3 ist ein Verfahren für Prozessaudits und betrachtet einzelne Prozesse oder Produkte im Detail. Viele Kunden verlangen beides nebeneinander. Das eine ersetzt das andere nicht.

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