ISO 13485 – Medizinprodukte

Die ISO 13485 ist die Qualitätsmanagementnorm für Medizinprodukte. Sie folgt weitgehend dem Aufbau der ISO 9001, verschiebt aber den Schwerpunkt. Es geht nicht in erster Linie um Verbesserung, sondern um Nachweis. Jedes Produkt muss sicher und wirksam sein, und genau das muss belegbar bleiben, über Jahre, für jede einzelne Charge.

Deshalb ist die Norm dort konkret, wo die ISO 9001 Freiheit lässt. Sie fordert dokumentierte Verfahren, feste Aufbewahrungsfristen und einen durchgängigen Risikobezug. Wer aus einem bestehenden ISO-9001-System kommt, unterschätzt diesen Unterschied oft. Die Struktur passt bereits, die Nachweistiefe fehlt.

Wen sie betrifft

Woran es in der Praxis hakt

Softwarevalidierung wird übersehen

Die Norm verlangt einen dokumentierten Eignungsnachweis für jede Software, die qualitätsrelevante Prozesse steuert oder Aufzeichnungen führt. Gemeint ist nicht nur das ERP-System. Gemeint sind auch die Prüfsoftware am Messplatz, das Dokumentenmanagement und die Kalibrierverwaltung. In den meisten Betrieben existiert eine Liste dieser Systeme, und sie ist zu kurz.

Am häufigsten fehlen die selbst gebauten Lösungen: die Excel-Tabelle mit Makro, die Prüfwerte auswertet, oder das Access-Formular für die Chargenrückverfolgung. Genau diese Werkzeuge sind qualitätsrelevant, stehen aber selten auf der Liste. Im Audit fragen wir zuerst danach. Ein Eignungsnachweis muss nicht dick sein: Zweck, Anforderungen, Testfälle, Ergebnis, Freigabe. Wenn dabei auffällt, dass die Tabelle ihre Aufgabe ohnehin nicht mehr trägt, ist der Weg zu Software & Datenbanken meist der ehrlichere.

Rückverfolgbarkeit und Änderungslenkung brechen an den Rändern

Innerhalb der eigenen Fertigung funktioniert die Rückverfolgbarkeit fast immer. Chargen sind erfasst, Prüfprotokolle liegen vor, die Kette ist geschlossen. Probleme entstehen an den Rändern. Bei Zulieferteilen fehlt oft die Chargeninformation des Vorlieferanten. Nacharbeit wird ausgeführt, aber nicht als eigener Schritt dokumentiert. Rückläufer aus dem Markt landen wieder im Prozess, ohne dass ihre Historie mitläuft.

Die Änderungslenkung hat dasselbe Muster. Eine Änderung am Produkt zieht eine Reihe von Nachweisen nach sich: Risikoanalyse, Verifizierung, technische Dokumentation, unter Umständen die Information der benannten Stelle. Diese Kette führt niemand systematisch nach. Meist ist sie nur im Kopf einer Person vorhanden. Fällt diese Person aus, fällt es im nächsten Audit auf.

Lieferantenbewertung bleibt eine Liste

Lieferanten werden einmal qualifiziert. Fragebogen ausgefüllt, Zertifikat abgeheftet, Freigabe erteilt, und danach passiert nichts mehr. Die Liste wächst, aber sie wird nicht ausgewertet.

Die Norm verlangt eine fortlaufende Bewertung. Sie fordert Kriterien, eine regelmäßige Überprüfung und eine Reaktion, wenn ein Lieferant die Kriterien nicht mehr erfüllt. Dafür braucht es keine aufwendige Systematik. Reklamationen, Termintreue und Prüfergebnisse liegen ohnehin vor. Sie müssen nur zusammengeführt und einmal im Jahr angesehen werden.

Wie wir begleiten

Wir beginnen mit einer Standortbestimmung. Was ist vorhanden, was ist gelebt, was fehlt tatsächlich? Bei Betrieben mit ISO-9001-System ist die Lücke oft kleiner als befürchtet, liegt aber an unerwarteten Stellen. Daraus entsteht ein Plan mit klaren Prioritäten.

Danach bauen wir auf oder verschlanken, führen interne Audits durch und bereiten Sie auf die benannte Stelle vor. Details unter Managementsystem aufbauen und Interne Audits & GAP-Analysen.

Softwarevalidierung und Nachweisführung sind unser eigenes Handwerk. Wir bewerten nicht nur, ob eine Lösung tragfähig ist. Wir bauen sie bei Bedarf auch.

Wer das bei uns macht

Marion Rammé – IRCA certified and registered QMS / EMS / OHSMS Lead Auditor #01194927

Rüdiger Rammé – IRCA certified and registered QMS / OHSMS Lead Auditor #01192806

Michael Bremer – Fachexperte für Labor-Akkreditierung, Medizinprodukte und Messunsicherheit

Das Team im Detail

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Häufige Fragen

Wie lange dauert es bis zur Zertifizierung?

Rechnen Sie mit neun bis achtzehn Monaten, wenn Sie ohne Managementsystem starten. Aus einem gepflegten ISO-9001-System heraus geht es deutlich schneller. Der Zeitfaktor sind selten wir, sondern die Nachweise: Validierungen, Risikoakten und technische Dokumentation brauchen Zuarbeit aus Ihrem Betrieb.

Was kostet das?

Projekte dieser Art bewegen sich typischerweise zwischen 10.000 und 50.000 Euro. Ausschlaggebend sind Unternehmensgröße, Produktrisiko, der Reifegrad der vorhandenen Dokumentation und der Anteil, den Sie selbst übernehmen. Die Gebühren der Zertifizierungsstelle kommen separat hinzu.

Wir sind schon nach ISO 9001 zertifiziert. Wie viel bringt uns das?

Einiges. Die Grundstruktur, die Prozesslandschaft und die Auditroutine können Sie weiterverwenden. Ergänzen müssen Sie vor allem die Nachweistiefe: dokumentierte Verfahren, Rückverfolgbarkeit, Risikomanagement über den Produktlebenszyklus und die Aufbewahrungsfristen. Beide Normen lassen sich gut als ein System führen.

Müssen wir wirklich jede Excel-Tabelle validieren?

Jede, die einen qualitätsrelevanten Prozess steuert oder Aufzeichnungen führt. Eine Tabelle für die Urlaubsplanung fällt nicht darunter, eine Tabelle mit Prüfwerten schon. Der Nachweis ist überschaubar: Zweck, Anforderungen, Testfälle, Ergebnis und Freigabe. Der Aufwand entsteht nur beim ersten Mal.

Deckt ISO 13485 die MDR ab?

Nein. Die ISO 13485 ist kein Ersatz für die Medizinprodukteverordnung. Sie unterstützt deren Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem aber sehr weitgehend und ist in der Praxis der übliche Weg dorthin. Die regulatorische Bewertung Ihres konkreten Produkts gehört in die Hände Ihrer benannten Stelle.

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